StimmAkademie - Blog

written by Sarah Herzog


"Warum kostet eine Probestunde Geld?"

"Kann man am Preis noch was machen?"

 

Diese Fragen erlebe ich in meiner Arbeit leider immer wieder. Die gesamte Kulturunterricht-Branche ist auf einem Low Budget System aufgebaut. Lehrer müssen als Freiberufler arbeiten, weil es kaum Festanstellungen gibt. Dabei sind sie oftmals eigentlich keine Unternehmer. Und das wird von vielen Institutionen leider ausgenutzt. Sie bieten kostenlose Probestunden an, die ausschließlich zu Lasten der Lehrer gehen, die nämlich umsonst oder im besten Fall für ein kleines Trinkgeld arbeiten müssen.

 

Das ist leider ein Fakt. Ich habe früher mit vielen Institutionen zusammengearbeitet. 

Trotz Studium und Weiterbildungen war das Honorar am Ende nur ausreichend, um gerade alle Kosten zu decken. Es gab keine Aufstiegsmöglichkeiten und keine Perspektiven. 

Ich wollte kein Teil dieses Systems mehr sein, also stieg ich aus und gründete meine eigene Gesangsschule, die StimmAkademie. 

 

Ich wollte es besser machen! In meiner Gesangsschule sollen die Lehrer für ihre qualifizierten Ausbildungen und ihr Engagement honoriert werden. Denn mir ist bewusst geworden, dass vor allem die Unterrichtsqualität unter der mangelnden Wertschätzung der Fachkräfte leidet. 

Die Schüler der StimmAkademie sollen nicht von ausgelaugten und frustrierten Pädagogen lernen müssen.

 

Wie kann man dem entgegenwirken?

Indem man qualifizierte Lehrkräfte angemessen bezahlt! 

Gute Bezahlung führt zu Entlastung und mehr Energie für die kreative Arbeit mit den Schülern. 

Durch eine gute Bezahlung gewinnen wir alle. Die Lehrer und die Schüler, die dauerhaft eine hochwertige Unterrichtsqualität genießen dürfen. 

 

Darum arbeiten wir nicht umsonst! Darum bieten wir keine kostenlosen Probestunden an! Und darum lassen wir uns unsere Qualität bezahlen!

 

Deine Sarah


In meiner Arbeit als Gesangspädagogin habe ich schon von vielen "gruseligen" Gesangsstunden erfahren, durch Hospitation und Erzählungen meiner Schüler. Die Erfahrungen reichen von schmerzhaften, kaputten Stimmen bis zum Verlust der Freude am Singen. Ich möchte hier nicht meine vielen tollen Kollegen schlecht reden, die wirklich gute Arbeit leisten, sondern auf einen Missstand in der Branche hindeuten.

 

Wie kann so etwas denn passieren?

Gesang kann jeder unterrichten, denn es gibt keine geschützte Berufsbezeichnung. Viele "Gesangslehrer" sind tolle Sänger/Musiker (teilweise ohne prof. Ausbildung). Leider bedeutet dies nicht, dass sie auch physiologisches Fachwissen und pädagogisches Know How haben. Oft fehlen entsprechende Weiterbildungen und das führt zu den oben beschriebenen Ergebnissen.

 

Deswegen lege ich bei der StimmAkademie so viel Wert auf stetige Weiterbildung. Wenn wir mit der Stimme arbeiten, arbeiten wir mit einem komplexen Organ, welches jeder Mensch individuell benutzt. Nur zu wissen, wie man selbst gut singt und sich musikalisch ausdrückt, reicht hierbei meiner Meinung nach nicht aus.

 

Exkurs zum Sport: Wenn du joggst und einen guten Laufstil hast, kannst du diesen Laufstil nicht einfach auf all deine Schüler übertragen. Verletzungen und schlechte Leistungen würden vermutlich das Resultat sein, weil die Individualität des Einzelnen nicht bei deinem Stil berücksichtigt wird... ähnlich verhält es sich beim Singen. 

 

Wie erkennst du nun, ob dein Lehrer weiß, was er tut?

Ein guter Vocalcoach:

- kann dir seine fachlichen Qualifikationen nennen (Auftritte zählen nicht)

- beantwortet deine Fragen detailliert & beschreibt nicht bloß in Bildern

- geht auf deine individuellen Bedürfnisse ein & bietet immer mehrere Lernoptionen

- bezieht deinen Körper beim Singen mit ein

- leitet dich an deine Stimme selbst zu entdecken und singt nicht bloß vor

- fördert deine Leichtigkeit & Freude beim Singen

 

Deine Sarah 


In den Gängen von Musikschulen findet meist wenig Austausch zwischen den einzelnen LehrerInnen statt. Man grüßt sich nett und dann verschwindet jeder in seinen Raum. Das finde ich persönlich unheimlich schade. Ich habe mich früher, als ich noch Musikschullehrerin war, oft sehr einsam gefühlt. Besonders, wenn ich an manche Stunden zurück denke, die für mich als Berufsanfänger schwierig waren. Ich hätte mir einen AnsprechpartnerIn, einen TutorIn oder eine Community gewünscht, die ich in der Not direkt fragen kann. Vielleicht war ich damals auch einfach zu schüchtern, um die kurze 5 Minuten Pause meiner Kollegin für meine Belange in Anspruch zu nehmen. Damals wusste ich mir nicht zu helfen und habe versucht alleine mit meinen Problemen umzugehen und Hilfe in Fachliteratur zu finden. 

 

Wieso einsam statt gemeinsam?

Ich habe diese Branche beobachtet und leider oft eine Einzelkämpfer- und Ellbogenmentalität erlebt. Natürlich kommt diese Mentalität durch ständigen Leistungsdruck und das "Vergleichen" z.B. in Castings und Auditions zustande. Außerdem spielt natürlich die altbekannte Problematik mit herein, dass MusikerInnen oft nicht angemessen bezahlt werden. Kein Wunder, dass sich viele selbst die Nächsten sind und ihr Wissen nicht preisgeben oder Schwäche zugeben möchten, wenn es immer wieder um einen "Überlebenskampf" geht. 

 

Wie kann es anders gehen?

Mit der StimmAkademie wollte ich eine Gesangsschule erschaffen, die genau diese Mentalität gar nicht erst aufkommen lässt. Das bedeutet alle VocalCoaches dürfen aus dem Vollen schöpfen. 

 

Grundlage dafür ist: 

-eine angemessene Entlohnung, um den "Überlebenskampf" zu beenden

-der regelmäßige Austausch mit dem gesamten Team in dem jeder gesehen/ gehört wird

-ein persönlicher Ansprechpartner für akute Belange

 

Deine Sarah